Heilsversprechen

Friedrich Nietzsche schrieb in “Also sprach Zarathustra” vom Übermenschen und dass Gott tot sei und meinte damit, nicht dem Jenseits die jetzige Existenz zu schenken, sondern Verantwortung für das Diesseits zu übernehmen.
Die Annahme von Gott schien ihm allzu menschlich, was ihn vor diesem Hintergrund annehmen ließ, dass es nur eine menschliche Regung sei.
Damit sagte er, dass Gott tot sei, und rief dazu auf, über sich hinaus zu wachsen. Über sich als Mensch, zum Übermenschen. Die volle Verantwortung im Diesseits zu übernehmen.

Heil- und Unheilsversprechen sind das Lebenselixier vieler Religionen.
Ein Versprechen des Himmels und der Glückseligkeit nach dem Tod und ebenso das Schreckensszenario welches einen erwartet, wenn man nicht in der jeweiligen Doktrin d’accord geht.

Einer Wertung von richtig oder falsch enthalte ich mich und möchte nur einen Mechanismus beleuchten. Auch eine Unnützlichkeit möchte ich nicht konstatieren, ist doch der Kategrische Imperativ offensichtlich noch erforderlich.
Vielmehr ist der Mechanismus von Heil– und Unheilsversprechen, Angst und Seegen, das Instrument der Lenkung. Ob nun von einer fremden Intention sei einmal dahingestellt. Es ist der Mechanismus der uns lenkt. 

Wir versprechen uns etwas von einer Grundanschauung und harren in Erwartung, münden in Bestätigung, oder erwachen aus der Täuschung.

SvS – 03.02.2020












Gustave Le Bon, „Psychologie der Massen“