Das neue Emoji

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So aussagekräftig Emojis für uns auch in virtuellen Kommunikationen geworden sind, haben sie doch in Facebook eine ganz interessante Neben- bis Hauptaufgabe.

In Texten ist es nicht immer möglich eine Interpretationsfreudigkeit auszuschließen. Es gibt natürlich vielfältige Möglichkeiten Texten dies zu nehmen, aber mit einem aus Satzzeichen gebastelten Zwinkeraugegesicht lässt sich in der kürze der Zeit des SMS – Zeitalters, schnell und intuitiv eine Ironie, oder Zweideutigkeit zum Ausdruck bringen. Der Natürlichkeit von fließendem Wasser gleich, was auch den Weg des geringsten Widerstands folgt, machen wir uns kurzum dessen pragmatischen angenommenen Nutzen gerne zu eigen.

Awww


Selten sind wir im Alltag kritisch und achtsam genug uns kurz aus dem vorgegebenen Denkrahmen zu dispositionieren, um über das entstehende “Awww” bei der Entdeckung eines neu vorgestellten Emojis hinaus zu denken.

Das was angesprochen wird sind Bilder und Emotionen. Der Verstand kommt selten zum Einsatz.
Ich bin kein Verfechter der rein rationalen Erfassung, doch ebensowenig wende ich mich ausschließlich dem Herzen zu. Ich versuche den beiden Extremen ein gesundes ausgeglichenes Maß zuteil werden zu lassen, so dass Herz und Hirn miteinander, einer Zirkusaufführung gleich, einen Tanz vollführen. Derweilen sitze ich in den Zuschauerrängen, die ich ganz für mich alleine habe, und beobachte die Vorstellung ohne einzugreifen. Ein Zirkus des Selbst.

Cirque de soi



Ich werde über den Zirkus des Selbst an anderer Stelle noch etwas schreiben und verweisen, möchte aber schon verraten, dass ein neues Projekt in eigener Sache Gestalt annimmt und im Salon der Mitte den Cirque de soi offenbaren wird.
Der Salon der Mitte wird einen Rahmen für ein energetisches Verständnis mit heilenden und spirituellen Erfahrungen werden.





Beim Ausprägen meiner Realität beanspruche ich gerne eine monetäre Sichtweise. Nicht ausschließlich, aber in diesem Zusammenhang ist es für mich sehr angemessen, denn ich folge aus dem Bauch heraus lieber dem Geld, um Intentionen zu ergründen, als bei den Beweggründen von Sozialen Medien eine wohlwollenden Allmende anzunehmen.
Und wenn ich dem Geld folge muss ich mir die Frage stellen, wie ein Soziales Medium dieses verdient. In diesem Fall fallen aus der Masse finanzierte Zuwendungen und Werbeeinnahme in den Hintergrund. Was sich bereits bestätigt aufdrängt, ist eine unangenehme mammonische Epiphanie, dass mit unseren Daten Geld verdient wird.

Ein Emoji ermöglicht im Gegensatz zu einem Text, die zielgenaue Auswertung einer Dimension von Informationen. Ein neues Emoji ist wie einen neue Spalte in einer Tabellenkalkulation. Ich kann den ganzen Datensatz vor dem Hintergrund einer weiteren Dimension betrachten, wodurch er stark an Aussage gewinnt. Natürlich kann in der Zeit von algorithmierter Künstlicher Intelligenz ein Text auch auf emotionalen Inhalten hin ausgewertet werden, doch die Einfachheit einer kategorischen Dimension ist buchhalterisch unschlagbar.
Es fällt mir auf, dass in der Zeit der getroffenen und einschränkenden Maßnahmen unser Sozialleben sogar bis auf den physischen Kontakt sanktioniert wurde und gerade an diesem Punkt ein entsprechendes Emoji ausgerollt wird, dass dafür steht, in den Arm genommen zu werden.

Perfide, oder ein willkommener Ersatz?
Ich befürchte beides. In der heutigen, von unzähligen elektronischen und digitalen Krücken unterstützten Kommunikation, wird das Herzen Emoji mit Sicherheit große Beliebtheit und Verwendung erfahren, ohne auch nur im Ansatz das kompensieren zu können, was uns durch die Sanktionen der einschränkenden Maßnahmen genommen wird; die psychische Salutogenese, die Gesunderhaltung unseres Mechanismus zur Ausbildung einer Realität.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt und Vorsatz unterstellt.

Die Folgen sind kausal mit kritischem Verstand in eine Vorahnung projizierbar, jedoch einer unterbewussten Abwägung abwegig, da kurzfristig der Awww – Effekt das kritische Denken in den Hintergrund drängt, oder gar nicht zustande kommen lässt.

Ich möchte diese kleinen Racker nicht per se verunglimpfen, haben sie doch ihre Daseinsberechtigung und erfüllen einen sinnvollen Zweck im Zeitalter des Short Messages Service.
Persönlich nutze ich diese kleinen Helfer gerne in dem oben genannten Zusammenhang des SMS, ziehe jedoch bei längeren Texten eine andere Aussage- und Ausdruckskraft vor.

Ich habe eine tugendhafte Vorstellung von der Achtsamkeit und bin sehr bemüht mir diesen Anspruch gerecht zu werden. Daher scheint es mir für wichtig, sich über die Dinge bewusst zu werden und nicht alles als gegeben und selbstverständlich anzunehmen.
Ich gehe davon aus, dass mittels dieser Emojis sehr aussagekräftige Auswertungen unserer Vorlieben, Abneigungen und mit jedem weiteren Emoji, eine bunte Bandbreite unseres Wertesystems, dem zahlenden Nutznießer zu Teil werden lässt.

In meinem verschwörerischen Denken, was aber aus der Historie seit 1962 v. Chr. einer Aufzeichnung nach, durch Menschengedenken und sogar in der Natürlichkeit der Dinge empirisch belegbar, durchaus seine Berechtigung findet, kann ich mir vorstellen, dass dieses neue Emoji gerade eine nicht benevolente Verwendung findet.

Nebenbei eine ganz kurze Aufzählungen von Verschwörungen und einem über der Menschheit hinaus vorhandenen Erscheinung von Verschwörungen unter Primaten:

Der Primatenforscher Robert Sapolsky beobachtete in Kenia, wie drei Pavianmännchen gemeinsam das Alphamännchen stürzten. Keiner der drei war alleine stark genug, um diesen Coup zu wagen. Beim Rangkampf arbeiteten sie zusammen, sie mussten sich also irgendwie abgesprochen haben.

1. Ein heimlich von Höflingen vorbereitetes Attentat beendete am 1. Februar 1962 v. Chr. das Leben des ägyptischen Pharaos Amenemhet I.

2. Nero ließ verbreiten, die mit Misstrauen beäugte Sekte der Christen habe Rom anzünden lassen. Im Volk verbreitete sich dagegen die Theorie, Nero habe Rom anzünden lassen.

3. Im Jahr 1151 ist in England erstmals urkundlich der Vorwurf erwähnt, Juden ermordeten aus rituellen Gründen systematisch christliche Kinder. Die Verschwörungstheorie wird von den Anklägern haarklein ausgeführt und führte über Jahrhunderte in ganz Europa immer wieder zu Pogromen.

4. Die Hexenverfolgung in Europa in der frühen Neuzeit beruhte auf der Idee, eine Hexensekte wolle die Macht der Kirche brechen und dem Teufel zur Herrschaft verhelfen. Diese Sekte sei heimlich in ganz Europa verbreitet und müsse ausgerottet werden, meinten die damaligen Hexenjäger.

5. Kaiser Friedrich II. (1194-1250) wurde von seinen Gegnern, zu denen auch Papst Innozenz IV. gehörte, mehrfach beschuldigt, der Antichrist zu sein, also mit dem Teufel im Bunde zu sein.



Verschwörungen sind also immer gegenwärtig gewesen und es erschließt sich mir nicht, wieso es in der heutigen Zeit anders sein sollte.
Verschwörungstheorien haben daraus folgend nicht nur eine Daseinsberechtigung, sondern auch den Anspruch der Aufklärung.
Ihnen Gehör zu verleihen und sie prüfend gegebenfalls in Erwägung zu ziehen, steht in der Verantwortung eines mündigen Menschen.

Zurück zu meiner Verschwörungstheorie.

Das Emoji dient im Zusammenhang der einschränkenden Maßnahmen des Soziallebens, bis auf Ebene des physischen Kontakt hinunter, als Indikator.
Das Verhalten der Menschen ist am besten zu analysieren, wenn die Rückmeldung über das Befinden in einer buchhalterischen Dimension zur Auswertung in Statistiken einen Weg bereitet bekommt.

Mit dem Emoji dessen Klaim in der Präsentation wie folgt lautet:



“Gemeinsam gegen die Einsamkeit – Wir haben eine neue Reaktion eingeführt, mit der wir Freunden und Verwandten zeigen können, dass wir in Gedanken bei ihnen sind – besonders in Zeiten wie diesen, da viele von uns von ihren Liebsten getrennt sind.“,






ist ein Mittel geschaffen worden, was an sich eine Aussagekraft besitzt und vor dem Hintergrund eines Kontextes noch erweitert, tiefen Einblick in das Seelenleben der Masse zulässt.

Mein Anspruch ist es sich im klaren zu sein, dass wir einer massiven Manipulation durch sehr organisierte und mit starker psycho- und sozialwissenschaftlichen Methoden unterlegen sind.
Aussagen aus Begegnungen mit Menschen die behaupten, dass sie nicht anfällig für Werbung, oder andere Manipulationen sind, sind das stärkste Indiz für mich, dass es sich bei dieser Art der weichen Gewalt (Soft Power), um ein unglaublich elegantes Konstrukt und Vorgehen handelt. Auch wenn die Methoden sich eher als plump erweisen, wenn man sie entdeckt, sind sie vor der Kritiklosigkeit der Masse, die durch Bilder und grundlegende Gefühle fremd steuerbar sind, völlig ausreichend.

Der Erfolg gibt ihnen recht.

Diese Mechanismens sind dem Verhalten und Denken des Menschen, vor dem Hintergrund seiner bestehenden Bewusstheitsebene übergeordnet. Wir können uns nur bedingt darüber erheben und es erfordert ein Wissen a priori. Eine Bewusstheit über die Geschehen in unsere Psyche.

Drei Beispiele für den Erfolg von Massenmanipulation deren Entlarvung seinerzeit nicht im geringsten Tribut gezollt wurde:

Joseph Goebbels
Es benötigt nicht vieler Erklärungen um zu konstatieren, dass die Manipulation der Massen so erfolgreich war, dass es zu den Ausmaßen gekommen ist die uns unter dem Hitler Regim allzu gegenwärtig sind. Die Vorgehensweise hat sich der Methodik der Propaganda bedient, um Menschen eine Meinung und eine Realität vorzugeben.

Edward Bernays
Er hatte den anrüchig gewordenen Begriff der Propaganda in seiner beratenden Tätigkeit in den 1920er Jahren in den Begriff der Public Relation gewandelt.
Er hatte mit unfassbarer Wirksamkeit einem Schinken Hersteller Umsatzrekorde beschert, in dem er sich die Autorität der Ärzte zu nutze machte, um diese mittels einer Studie, deren Patienten zu einem deftigen Frühstück mit Eiern und Speck raten lies.
Davor

Davor unterstützte Bernays die amerikanische Regierung unter Wilson im Ersten Weltkrieg im Committee on Public Information (CPI) bei ihrem Bemühen, Zustimmung der Öffentlichkeit für einen Kriegseintritt der USA zu erzielen. Seine Kampagne im Kriegsjahr 1917 stellte er unter den Slogan: „Make the world safe for democracy.“. Die Geschichtsschreibung verbucht diese Unterstützung ebenfalls als sehr erfolgreich.

Walter Lippmann
Für ihn war die Propaganda das einzig wahre Werkzeug zur Manipulation der Massen.
Sein Buch, “Die Öffentliche Meinung” hat politischen Prinzipien in den USA radikal beeinflusst und verändert. Die Herstellung von Konsens stand im Fokus seiner Arbeit.


An dieser Stelle möchte ich die Herstellung von Konsens noch einmal aufgreifen um die Anlehnung von Heiko Maas in seiner Aussage darzustellen:

Zitat:

„Unsere Zensurpolitik im Internet ist keineswegs gegen die Meinungsfreiheit gerichtet, sondern sie dient lediglich dazu, die Bürger dazu zu erziehen, dass diese ihre Gedankengänge in die Richtung projizieren, welche auch den staatlichen Richtlinien entspricht.

Zitat Ende.

– Heiko Maas –

Lippmans Public Relations – Experten der Creel-Kommission, die heute oft als Grundstein der Public-Relations-Industrie in den USA bezeichnet wird, wurden von der Großindustrie angeheuert. Sie hatten die Bevölkerung der USA davon überzeugt, dass das Gedeihen privater Unternehmen für sie alle gut ist. Dies war erfolgreich und führte zu einem massiven Wandel.
Der Bürger wurde zum Verbraucher und Kaufentscheidungen erfüllten keine Grundbedürfnisse mehr, sondern Wünsche.


Quelle:
https://www.aparat.com/v/umqhU/Public_Relations_-_Manipulation_der_Masse_%7C_Doku_%7C_ARTE



Die Psyche ist das Instrument zur Ausbildung unserer Realität. Sie ermöglicht uns den Zugang zum Erkennen der Wirklichkeit, über die Abstraktion und Interpretation, mithilfe eines Wertesystems.
Solange wir uns nicht gewahr sind, was in uns passiert, haben wir keine Möglichkeit der Manipulation zu entkommen. Die elitären Manipulateure beobachten uns und unsere inneren Vorgänge leichter denn je, denn wir haben eine Struktur des Informationsfluss zugelassen, die so tief in unsere unterbewusste Psyche reicht, dass es die Profiteure eher wissen was wir machen werden, als wir es selber wissen.

Mit jedem Kommentar, mit jeder Reaktion, die in den Sozialen Medien abgegeben wird, kann und wird meist auch ein Beitrag zum Erstellen eines Profils von uns gegeben.
Ein Profil das aussagekräftiger ist für Instrumentalisierung fremder interessen, als es für unsere Selbsterkenntnis nötig wäre.
Um uns vor dieser Fremdsteuerung zu schützen ist es erforderlich, sich das Wissen dieser Mechanismen anzueignen. Sein eigenes inneres Geschehen zu beobachten, um dann mit Abstand zu erkennen, dass wir mehr sind, als diese Gedanken und Emotionen.
Wir sind der Beobachter und haben die Möglichkeit uns über unseren Willen der Willkür zu bemächtigen. Den Willen zu küren, erhebt uns über das Handeln nach dem Willen, in die Abwägung und gibt uns die Freiheit der Entscheidung.
Ich halte den Willen für nicht frei, aber die Möglichkeit ihm stattzugeben, oder mich für etwas anderes zu entscheiden.

Diese kleine appetitlich anmutende Option der erweiterten Emoji – Ausdrucksform ist nur bedingt ein Zugewinn. Sie entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als ein Instrument der Beobachtung um zu verstehen, wie wir auf Inhalte und Situationen reagieren.

Wir sollten uns im Klaren darüber sein, was auf Grund einer Reaktion mittels Emojis erhoben werden kann.
Klar ist aber auch, dass sie einen großen Vorteil in der sozialen Kommunikation darstellen.

Die Dinge sind an sich leer und bekommen nur für sich Bedeutung.
Der Hammer hat keine Bedeutung, solange ich ihn nicht in einer Beziehung zu mir setze.
Er kann einen konstruktiven Fetisch bekommen, wenn ich damit ein Baumhaus zusammen nagel.
Er kann auch einen destruktiven Fetisch bekommen, wenn ich ihn als Waffe verwende.

Somit möchte ich abschließend die kleinen Racker nicht als schlecht darstellen, aber daran appellieren, sich der Komplexität der Dinge gewahr zu werden und sich selber gegenüber in Achtsamkeit zu üben.

Erkenne dich selbst
Glaube wenig
Hinterfrage alles
Denke selbst

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